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    Archiv nach Monaten

    4. Dezember 2009

    Wolperdinger 4MOTION oder: Gib mir Tiernamen!

    Ältere Geschwister sind eine coole Sache. Nicht nur, weil du spielzeugtechnisch nicht bei Null anfangen musst. Im Nachhinein betrachtet geben sie deiner Kindheit mehr Weitwinkel, höhere Auflösung und Dolby Surround. Viel mehr, als du kleiner Bimpf, der du so kurz nach dem Kaltstart nun mal bist, eigentlich haben kannst. Typischer Fall von Vorsprung durch Frühstart.

    Beispiel gefällig? Die Autos, die mein älterer Bruder in den 70ern cool fand, fand ich später selbst auch cool, eh klar. Es war die Zeit, als man Nutzfahrzeugen noch Tiernamen gab, in Anlehnung an die braven Viecherl, mit denen man jahrhundertelang Haus, Hof und Stall geteilt hatte. Haflinger. Pinzgauer. Noriker. Iltis. Dann kam irgendwann der humorlose Puch G. Aus unerfindlichen Gründen gibt man den motorisierten Sherpas dieser Welt seither Namen, die ungefähr so sexy klingen wie Haftcremes, Damenbinden oder kastrierte Kängurus.

    Der Typ, der dem Golfspieler die Schläger hintennachträgt.

    Bei VW machte man im Vergleich schon Meter, indem man den eigenen Kleinlaster immerhin nach einem Typen benannte, der einem Golfspieler seine Schläger hintennachträgt (wie sinnig, komm ich grad selbst drauf). Caddy also. Den gibt’s ab sofort auch mit Allrad.

    Vor ein paar Tagen lud mich VW damit zu einer wunderbaren Ausfahrt zur Unterhofalm nach Filzmoos ein. Super Wetter. Tolles Essen. Nette Leute. Alles pipifein. Das einzige Problem war meine grenzenlose Abneigung gegen Kastenwägen, unabhängig vom Hersteller. Seit ich denken kann bekomme ich Ausschlag, sobald ich in einem Auto sitze, in dem der Ganghebel länger und beweglicher ist als der Unterschenkel der Beifahrerin. Das Problem: Ausgerechnet die Beifahrerin findet diese quaderförmigen Quasimodos der Straße toll, weil man von dort oben ja soooo eine tolle Aussicht hat und es ab 3.500 Liter Stauraum schon wieder egal ist, wie viel nutzlosen Klimmbimm man hinten rein lädt. Zuviel Platz im Auto verdirbt den Charakter.

    Ab 2013: VW Ruderleiberl

    Das ist der Punkt, wo ihr Fragen dürft: Was hat das alles im Drivestyle-Blog zu suchen, wo es um die coolen, lässigen, schnellen, unvernünftigen Dinge des Lebens geht? Eigentlich nix, habt’s schon Recht. Ganz ehrlich: Das hier ist in Wahrheit die Erstvariante eines Artikels, denn ich im Auftrag eines Automagazins geschrieben habe. Wieder einmal war ich zu feig. Die netten Damen und Herren des bald größten Autokonzerns der Welt (VW kauft gerade den NUTZfahrzeughersteller MAN) hätten mich wahrscheinlich nicht mehr so gerne zu einer Autopräsentationen eingeladen. Darum steht der Text jetzt hier, bei mir.

    Und weil wir grad so ehrlich sind miteinander, noch ein Vorschlag: Was haltet ihr von VW Wolperdinger? Das hätte lautmalerisch alles, was man von einem Bestseller erwartet: Geländegängigkeit, Robustheit und vor allem mehr Lokalkolorid als beispielsweise „Amorak“. So heißt der nagelneue VW Pickup, der zwar bauartbedingt ein wenig hübscher sein darf als sein buckeliger Bruder, namenstechnisch aber leider auch nicht den Erlöser spielt. Richtig Angst bekomm ich beim Gedanken an den kommenden knackigen Mittelmotor-Roadster. Wie wird der dann heißen? VW Ruderleiberl?

     
    Übrigens: Wer tatsächlich Interesse an der seriösen, aufgeräumten und informativen Variante dieses Artikels hat, kann diese natürlich in der nächsten Ausgabe des österreichischen Automagazins nachlesen.

     
    Euer BrummBrumm-Journalist

     

    3. Dezember 2009

    Audi A8 F. X.-Mayr

    Rechtzeitig zur Vanillekipferl-Hochkonjunktur geht Audi nach Miami und serviert dort den frischgebackenen Audi A8.

    Ausgerechnet im Advent, wenn auf den Christkindlmärkten heftig gepunscht und geglühweint wird und bei einschlägigen Omabesuchen die Vanillekipferl tief fliegen, verordnet sich der bald größte Autokonzern der Welt eine F.X.-Mayr-Diät. Erst vor zwei gingen die sexy Fotos des neuen Oben-ohne-Porsches Boxster Spyder um die Welt – jetzt liegt die Schwesterfirma Audi nach. Wenn auch in einer anderen Gewichtsklasse. Auf der Design Miami 2009 feiert das Flaggschiff der Ingolstädter Weltpremiere. Der 2010er A8 gibt sich noch sportlicher, noch schlanker und noch sparsamer.