Ja ist denn heut’ schon Weihnachten? Diese Frage stellte sich diese Woche eine Handvoll österreichischer Motorjournalisten. Zu Recht. Denn wie jedes Jahr lud BMW die heimische Brummbrumm-Journaille Ende November zur geselligen Drift-Gaudi nach Sölden. Da durfte Drivestyle natürlich nicht fehlen. Seit nun schon 20 Jahren stehen bei dieser 4×4-Leistungsschau mit Spaßgarantie die Allradmodelle von BMW im Vordergrund. Der Star in diesem Jahr: der neue BMW X3.
Mit der lieb gewonnenen Tradition, den Winter mit einer ordentlichen Pistengaudi am Rettenbachferner zu beginnen, schlagen die cleveren BMW-Aushängeschilder Michael Ebner und Verena Kössner gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens ruft man den Schreiberlingen auf direktem Wege in Erinnerung, WER in Österreich tatsächlich führender Allradanbieter im Premiumsegment ist. Mit einem Anteil von 38 Prozent führen die Weiß-Blauen hier vor Audi und Mercedes, aktuell stehen nicht weniger als 42 Modelle mit xDrive zur Auswahl. Und zweitens bietet sich nirgendwo sonst die Gelegenheit, praktisch die gesamte Allrad-Modellpalette der Marke unter tiefwinterlichen Bedingungen zu testen – vom 3er-Touring, über sämtliche X-Modelle bis hin zum 5er GT und dem Schlachtschiff 7er.
Auch wenn sich an der Kunst des Driftens seit den Zeiten eines Walter Röhrls nicht viel geändert hat (O-Ton: “Das Auto fährt immer dort hin, wo der Fahrer hinschaut”), so war das BMW Winter Technik Drive heuer gleich doppelt aufschlussreich. Schließlich schaffte es kaum ein anderer Hersteller den Spagat zwischen Fahrsicherheit und Fahrspaß derart gekonnt wie die Bayern. So handelt es sich keineswegs um reines Marketingsprech, wenn man seitens der Entwickler besonders Stolz auf die sportliche Auslegung des intelligenten xDrive-Allradantriebs ist. Anders ausgedrückt: Während dir die elektronischen Spaßbremsen in anderen Autos längst grob auf die Finger hauen, lässt dich das intelligente Helferlein DSC an der langen Leine gern ein wenig Rumblödeln. Erst wenns gar zu quer kommt, greift der eingebaute Rallyeweltmeister helfend ein. Und zwar mit einer Geschwindigkeit, wie einst nur Bud Spencer seine berühmten Stereo-Watschn verteilte. Bumm-bumm – war was? Im Idealfall merkt der Fahrer gar nix davon, dass er laut Physik gerade eben eigentlich im Straßengraben hätte landen sollen.
Die zweite Erkenntnis des BMW Winter Technik Drive: Neben dem Allradantrieb hat BMW auch der Automatik den Spaß am Schnee beigebracht. Zwar hauen unmittelbare Gasannahme und gewollter Lastwechsel mit einem manuellen Getriebe immer noch am besten hin. Aber hey: Wie oft stellt man das Auto im Alltag bewusst schon vor der Kurve quer? Abseits der spätpubertären WennichgroßundstarkbinwerdeichRallyeweltmeister-Anwandlungen gibt es derzeit wohl keine besseren Automatik als die im neuen BMW X3.
Apropos X3: Die Dichte, mit der BMW sämtliche technischen Errungenschaften der letzten Jahre in einem einzigen Modell verdichtet (1. Automatik mit Start-Stopp-Funktion), verdient ebenso großen Respekt wie die Volksnähe, mit der sich Oliver Frank beim gemeinsamen Abendessen im Hotel Central unseren neugierigen Fragen stellte. Nur wenigen Technikern ist es vergönnt, fachliche Expertise derart verständlich zu vermitteln, wie dem BMW-Entwicklungsleiter für Automatikgetriebe. Seither ahne zumindest, wieviel Aufwand und Hirnschmalz hinter einem Automatikgetriebe steckt, das mittlerweile schon mehr Gänge hat als mein erstes Mountainbike vor 20 Jahren.







