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Redaktionsbüro DriveStyle
Florian T. Mrazek

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    Fahrberichte

    29. August 2010

    Das Anti-Pfui-Experiment

    Stimmt schon: Autojournalist ist ein Traumjob. Ständig fährt man die neuesten, schönsten und schnellsten Autos. Reist an spektakuläre Orte. Schreibt über das, was man am liebsten hat. Doch selbst Traumjobs haben Nachteile. Wirklich. Beispiel gefällig? Je nach größe des eigenen Freundeskreises kann es zwischen drei und fünf Jahre dauern, bis ebendieser davon überzeugt ist, dass man als Autojournalist auch tatsächlich arbeitet. Auf gut Österreichisch: hakelt. Beim Testfahren ständig auf der Suche nach einem originellen Fotomotiv. Bei jedem Lenkeinschlag prüfend, ob der aktuelle motorisierte Lebensabschnittspartner unerwartete Schwächen oder Eigenarten offenbart. Technische Daten recherieren, abtippen, auswendig lernen, mit der potenziellen Konkurrenz vergleichen.

    Okay, zugegeben, das ist jetzt Jammer auf hohem Niveau. Kann mir ja egal sein. Ich bin ja derjenige, der neue Autos fährt, während andere im Büro sitzen. Und eigentlich ist es ja genau DAS, was mir als Brummbrumm-Journalist am meisten Spaß macht. Das Fahren. Das Vergleichen. Die Benzingespräche mit Gleichgesinnten.
    Das Komplizierte daran: Nichts (außer vielleicht der Frauengeschmack) ist so subjektiv wie die Meinung zu Autos: „Ich hab gehört, du bist den neuen Audi A1 gefahren. Schon wieder so ein Frauenauto.“ Oder: „Gell, den neuen A1, den hätten sie sich bei Audi sparen können, meinst du nicht auch?“ Das Thema Auto ist basisdemokratisch. Fast jeder darf es (von können wollen wir nicht reden). Deshalb redet auch jeder darüber. Und erwartet vom Experten spezifische, auf die jeweilige individuelle Lebenssituation zugeschnitte Bestätigungen der eigenen Meinung. Enttäuscht man diese Erwartungshaltungen, war es von vornherein klar: „Ist ja bloß ein Autojournalist. Der weiß ja nix. Der hakelt ja nix.“

    Als lernfähiger Mensch ziehe ich daraus meine Lehren. Erwartungshaltungen der Zielgruppe zu enttäuschen ist böse. Ein No-go. Großes Pfui! Einem begeisterten Fan das Traumauto madig zu schreiben ist, als würde man dem besten Freund ins Gesicht sagen, dass man seine neue Freundin für einen dummen Trampel hält. Beides mag objektiv gesehen zutreffend und notwendig sein. Nett ist es jedenfalls nicht.

    Aus diesem Grund starte ich hiermit und heute ein einmaliges Experiment: Die neue Art der Autobewertung. Tendenziell. Subjektiv. Nett. Schließlich weiß in Zeiten von Google, Wikipedia & Co. jeder 9-Jähriger besser über die Daten eines neuen Autos bescheid. Die technischen Daten stehen sowieso auf www.audi.at.

    Der Audi A1 ist ein kleines, fesches Auto mit winzigem Motor und trotzdem relativ viel Wumms. Das DSG-Getreibe geht wirklich bistdudeppat, der Kofferraum ist solala. Ich halte ihn keinesfalls für ein Frauenauto, würde als Mann aber trotzdem nicht zum Klassentreffen damit fahren. Es gibt ihn in vielen bunten Farben, wie fast jedes Auto schaut er in schwarz aber trotzdem am besten aus. Der Dieselmotor ist sparsam, deshalb sicher die bevorzugte Wahl. Ich würde trotzdem den TFSI-Benziner nehmen. So halt. Achja – der Preis. Der A1 kostet nicht gerade wenig. Aber nicht so viel wie befürchtet.

    Eigentlich müssten jetzt alle glücklich sein. Oder etwa nicht?

    4. Dezember 2009

    Wolperdinger 4MOTION oder: Gib mir Tiernamen!

    Ältere Geschwister sind eine coole Sache. Nicht nur, weil du spielzeugtechnisch nicht bei Null anfangen musst. Im Nachhinein betrachtet geben sie deiner Kindheit mehr Weitwinkel, höhere Auflösung und Dolby Surround. Viel mehr, als du kleiner Bimpf, der du so kurz nach dem Kaltstart nun mal bist, eigentlich haben kannst. Typischer Fall von Vorsprung durch Frühstart.

    Beispiel gefällig? Die Autos, die mein älterer Bruder in den 70ern cool fand, fand ich später selbst auch cool, eh klar. Es war die Zeit, als man Nutzfahrzeugen noch Tiernamen gab, in Anlehnung an die braven Viecherl, mit denen man jahrhundertelang Haus, Hof und Stall geteilt hatte. Haflinger. Pinzgauer. Noriker. Iltis. Dann kam irgendwann der humorlose Puch G. Aus unerfindlichen Gründen gibt man den motorisierten Sherpas dieser Welt seither Namen, die ungefähr so sexy klingen wie Haftcremes, Damenbinden oder kastrierte Kängurus.

    30. Oktober 2009

    Hot Laps in Ungarn

    Der Herbst ist ein Hund. In der Jahreszeit der fliegenden Biker und fliehenden Cabrios fällt es besonders schnell auf, bleibt im Schreiberalltag ausnahmsweise mal keine Zeit für die Blogpflege. Mein Versäumnis wurde offenbar, als ich diese Woche für die Reportage über die diesjährigen Highlights der heimischen Wintersportorte recherchierte. Die Liftkaiser zwischen Zell und Sölden erzählten mir von kuscheligen Bahnen, beheizten 8er-Bubbles und enormen Speicherteichen auf 3.000 Metern Seehöhe. Beim Tippen fror mir mein schneeweißes MacBook ein. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da hatte es hierzulande noch 30 Grad.

    25. September 2009

    Actionvideo Ferrari F 458 Italia

    Ich kann mich echt nur wiederholen: der erste schöne Ferrari seit Jahren. In Bewegung noch schöner als auf der IAA…

    10. August 2009

    Aston Martin V12 Vantage im schönsten TV-Bericht ever

    Es gibt Menschen, die weinen bei kitschigen Liebesfilmen. Oder bei “ach, was für eine schöne Landschaft!”-Schnulzen à la Rosamund Pilcher. Wieder andere vergießen bei Horror-Filmen Tränen – meist aus anderen Gründen als Erstgenannte. Mir wäre es am vergangenen Wochenende beinahe bei einem Auto-Fahrbericht passiert.

    9. Juli 2009

    Californication im Weltkulturerbe

    2 1/2 Wochen hat uns das Salzburger Sauwetter auf die Folter gespannt: Regen – Sonne – Regen – Sonne – Hagel – keine optimalen Bedingungen für das Titelfotoshooting eines neuen deutschen Premium-Automagazins. Vor allem dann, wenn das Objekt der Begierde ein Roadster ist. Ein Ferrari Roadster.

     
    Doch selbst unter den Ferraris gibt es solche und solche. Neuerdings auch solche mit Stahlklappdach. Gerade einmal ein paar Monate ist es her, da präsentierte ein gewisser Michael Schumacher den Ferrari California in Maranello der Weltöffentlichkeit. Und heute rotzten, fauchten und pöbelten seine 460 PS durch die Salzburger Altstadt. Mit fatalen Folgen. Gut erzogene Fiakerpferde neigten zum spontanen Abapfeln und auf erzkatholischen Wandertagen war Schluss mit Zweierreihe.

    24. April 2009

    Der neue Golf GTI – flirten mit dem Fressfeind

    Mit dem Golf ist es so eine Sache. Mit dem GTI sowieso. Entweder man liebt ihn, oder man hasst ihn. Dazwischen ist nix – denn bekanntermaßen ist nichts so subjektiv wie automobile Zuneigung. Ebensowenig wie die erste Liebe vergisst man das erste eigene Auto. Bei mir war es ein schwarzes VW Käfer Cabrio, Baujahr 1979, das mir als damals 17-jährigen Autonarrischen den Kopf verdrehte. Während die Frauen kamen und gingen, blieb diese Beziehung treu bestehen – und feiert heuer ihr 10-jähriges Jubiläum.

     

    Meine Jugendliebe: das 1303er Cabrio

    16. April 2009

    MINI Cooper S Cabrio – Luftikus mit Zuckerguss

    Ein kleines Stückerl Geld für wenig Geld. So lautet das Motto, seit das ungüstiöse K-Wort seinen Weg vom hetzerischen Boulevard in die Realwirtschaft gefunden hat. Nach den Banken am wildesten gebeutelt, hat auch die Automobilindustrie längst ausgekuppelt und hofft im Spargang auf baldigen Rückenwind.

    DriveStyle war Ende Jänner bei der Weltpremiere des neuen MINI Cooper S Cabrios in Kärnten mit dabei. Dabei traf ich nicht nur den schnellsten Rentner der Gegenwart wieder, sondern lernte auch so einiges über die Kärntner Geographie…

    Die komplette Story ist ab sofort im “Fahren & Sparen”-Special der Wirtschaftnachrichten österreichweit zu lesen.

    Lehrstunde beim Rallye-Professor Rauno Aaltonen: Driften geht auch mit Frontantrieb!

    14. April 2009

    Ging ein Rauno durch die Menge…

    Rauno August Aaltonen, wie er mit vollem Namen heißt, ist das, was man im Volksmund eine Rallye-Legende nennt. Lange bevor die Rallye-Weltmeisterschaft erfunden wurde, wurde er 1965 Europameister und gewann auf Mini Cooper die legendäre Rallye Monte Carlo. Irgendwann dazwischen, so wird gemunkelt, hat er auch seine berüchtigte Fellmütze aufgesetzt.

    Seiner Mütze blieb der Rallye-Professor seither ebenso treu wie der Marke MINI. Anfang des Jahres traf ich ihn bei der Planai Classic – dem frostigen Pendant der berühmteren Ennstal Classic – wo der voll motivierte 70-jährige mit seinem österreichischen Navigator Michael Höll einen Austin Mini Cooper von 1964 durch den steirischen Winter zirkelte.