Mit der Arbeit ist es wie im Rennsport: Nur Racer ohne Hirn und Herz drücken permanent aufs Gas. Wer strategisch bremst und klug pausiert, steht am Ende des Rennens am Stockerl ganz oben.
Gemäß dieser Gewinner-Strategie nutze ich Weihnachten und Neujahr seit jeher als ganzheitliches 100.000er-Service für Körper und Kopf. Die Weltklasse-Skipisten im SalzburgerLand laden die Lithium-Ionen-Akkus des körpereigenen Hybridsystems in nullkommanix auf 100 Prozent. Wer wohnt, wo andere Urlaub machen, wird körperlich schnell zum Tesla unter den Akkuschraubern.
Mindestens ebenso viel Spaß macht das alljährliche Kopf-Reset: Zwei Wochen lang rede ich wenig und höre ausschließlich jenen Menschen zu, die mehr wissen als ich. Ohne den Luftfilter der eigenen Meinung gewinne ich dadurch neue Ansichten und frische Ideen. Dieses intellektuelle Rebooten befreit den Ego-Cache automatisch von lästiger Warmluft und schafft Platz für die Storys eines neuen Jahres.
Besonders viel Hirn-Profit brachte diesmal ein Kurzbesuch in Oberlech. Mit ihrem Vorzeige-Hotel “Goldener Berg” erfreut Daniela Pfefferkorn ihre Gäste nicht nur mit Gastfreundschaft auf höchstem Niveau, sondern bietet zudem auch ein Geschmacks-Plus dank minimalem Alpin-Kitsch.
Die Gaumen-Schreiber vom Gault Millaul fanden vor allem Gefallen an Küchenchef Marcel Ulm (zwei Hauben 2011). Der Brummbrumm-Journalist hält das futuristische Tunnelsystem für genial: In cooler Manier eines James-Bond-Bösewicht-Hauptquartiers wird hier die gesamte Logistik eine 4-Sterne-Superior-Hotels mit 40 Zimmern und über 70 Mitarbeitern per Seilbahn und Elektro-Wagerl praktisch emissionsfrei abgehandelt.
Während die visionslosen Stadtpolitiker im heimatlichen Salzburg Autofahrer und Steuerzahler mit hirnloser Busspur-Kriegsmalerei und anderen Steinzeit-Methoden zum Vorglühen bringen, ist autolose Mobilität in Oberlech also längst Realität - und absolut sexy!
Hierzulande hatten bisher nur private Investoren den Mut, dem 21. Jahrhundert gemäß zu handeln. Derweil freut man sich im hohen Norden über eine weitere Verkehrs-Alternative: Im finnischen Rovaniemi, der flächenmäßig größten Stadt Europas und bekannt für milchgesichtige Skispringer und den Weltrekord an Rallye-Weltmeistern, bevölkern neben Autos auch jede Menge Motorschlitten das Straßenbild.
Deren Vorteil: wendiger und dank Erdgas-Antrieb auch grüner als jeder smart, nutzen sie neben den Straßen noch ein weiteres Verkehrsnetz – die zugefrorenen Flüsse der Stadt. Motorschlitten und Langlauf-Ski auf der Salzach? Angesichts des Brutalo-Winters in Europa vielleicht gar keine blöde Idee.
Meine vollständige Reisereportage über Rovaniemi ist am 8. Jänner 2011 im Reiseteil der Salzburger Nachrichten zu lesen.
Einen guten Drift ins neue Jahr wünscht euer Brummbrumm-Journalist,
Florian T. Mrazek



