Samstag: Tag der Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel. Ganz Österreich steht im Bann des Wintersports. Ganz Österreich? Nein – eine kleine, eingeschworene Truppe aus Salzburg betreibt auch im Winter Motorsport auf höchstem Niveau. So schickt VPD Racing gleich zwei Fahrer zum dritten und letzten Lauf der Sportwagen Winterserie auf den Circuit Paul Ricard ins südfranzösischen Le Castellet. Am Steuer des 440-PS-LMS-Prototypen: Jungspund Dodo Kraihamer und Histo-Cup-Haudegen Norbert Lenzenweger.
Am Sonntag kommt es auf dem HTTT (High Tech Test Track) Paul Ricard zum Showdown der erstmals ausgetragenen Formel Le Mans Winter Series. Diese besteht aus gerade einmal 3 Renntagen zwischen November und Jänner und wurde vom Chassis-Fabrikant Oreca und der ASO gegründet, um jungen Fahrern den Einstieg in den Prototypen-Rennsport zu ermöglichen.
Fahren, fahren, fahren – so lautet die Devise, wenn am Renntag bis zu 25 Boliden der FLM, GT2 und GT3 auf wechselnden Layouts der Teststrecke Le Castellet ihre Runden drehen. Und das ist wortwörtlich gemeint, denn mit Training, Qualifying, zwei halbstündigen sowie einem einstündigen Rennen wird bei der Winter Series an einem einzigen Tag locker mehr Runden gefahren als in “herkömmlichen” Rennserien an einem ganzen Rennwochenende.
Für das Team BOUTSEN ENERGY RACING (ja, das gehört tatsächlich dem dreifachen GP-Sieger Thierry Boutsen, der vor laaaaanger Zeit mal Teamkollege von Gerhard Berger bei Arrows war) – also für das Boutsen Team geht am Sonntag mit dem 20-jährigen Dominik Kraihamer und dem 39-jährigen Norbert Kraihamer ein rot-weiß-rotes Duo an den Start, das unterschiedlicher nicht sein könnte.
Lenzenweger, als Gewinner der “Goldenen Ananas” und mehrmaliger Klassensieger des Histo-Cups, ist ein Racer alter Schule, der über seine Liebe für alte, laute und vor allem schnelle Autos zum historischen Motorsport fand. Ebendort – beim Histo-Cup am Salzburgring – lief ihm Norbert Kraihamer von VPD Racing über den Weg. Und der fand in ihm den optimalen zweiten Fahrer für seinen Filius Dominik “Dodo” Kraihamer für die FLM 2010.
Mit gerade einmal 20 Jahren hat Dominik Kraihamer nicht nur zahlreiche erfolgreiche Jahre in der Rotax Kart-Szene hinter sich, sondern kann schon einige Einsätze auf GT3-EM-Ebene verweisen. Über diverse Formel- und GT-Einsätze (darunter die 24h von Spa) fand er 2009 schließlich zur Formel Le Mans. Nach kurzer Eingewöhnung an die brachialen 440-PS Prototypen fand sich Dominik immer besser zurecht. So gut, dass er nach zwei von drei Events der Winterseries bei einen Sieg, einer Pole Position und einem zweiten Platz hält.
Zwar zählt die Winterserie nicht zur offiziellen Meisterschaft, bei rund 10 gleichwertigen Gegnern aus der FLM ist Dodos Performance aber eine gehörige Ansage für die Saison 2010, die am Wochenende von 9. bis 11. April in Le Castellet beginnt. Doch bis der 6,2-Liter Chrysler-V8 endlich aus seiner Winterstarre brüllen durfte, war eine Menge zu tun…











