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    Artikel mit folgendem Tag: britische Formel 3

    30. Oktober 2009

    Hot Laps in Ungarn

    Der Herbst ist ein Hund. In der Jahreszeit der fliegenden Biker und fliehenden Cabrios fällt es besonders schnell auf, bleibt im Schreiberalltag ausnahmsweise mal keine Zeit für die Blogpflege. Mein Versäumnis wurde offenbar, als ich diese Woche für die Reportage über die diesjährigen Highlights der heimischen Wintersportorte recherchierte. Die Liftkaiser zwischen Zell und Sölden erzählten mir von kuscheligen Bahnen, beheizten 8er-Bubbles und enormen Speicherteichen auf 3.000 Metern Seehöhe. Beim Tippen fror mir mein schneeweißes MacBook ein. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da hatte es hierzulande noch 30 Grad.

    So richtig heiß hatte ich es ja in Budapest. Als von Fan von Robert I. (Wir sind Kaiser) rechne ich die lieben Ex-Monarchiekollegen aber wieder zur Familie. Ungarn also, am 7. Oktober. Bei 32 Grad schwitzte ich in der Boxengasse am Hungaroring wie zuletzt während der achtstündigen Fahrt von Havanna nach Cienfuegos in einem “Camello”-Sattelschlepper-Taxi, gemeinsam mit 300 geruchsfesten Cubaneros. Walter Grubmüller sen. hatte die rot-weiß-rote Motorjournaille zum magyarischen GP-Kurs geladen, um gemeinsam die ersten Runde seines Juniors in einem Formel-Renault-Boliden zu erleben. 2010 wird Walter jun. für P1 Motorsport (gehört nun auch dem Herrn Papa) im Rahmen der „World Series by Renault 3,5“ an den Start gehen. Wie zu erwarten schlug sich der Filius als frischgebackener britischer F3-Vizemeister prächtig. Ebenso wie ein gewisser Manfred Stohl, der zur selben Zeit am selben Ort seine Premiere in einem Formel-Boliden O-Ton: „a windige Kistn“ feierte (dazu ein andermal mehr).

    Richtig windig wurde es aber erst, als Grubmüller als Draufgabe und Belohnung für die mühsame Reisebus-Anreise einen Radical RS3 hervorholte. Dieser KTM X-Bow Englands mit seinem 1,3-Liter-Motorrad-Motörchen aus der Hayabusa leistet zwar nur 204 PS, dank 400 Kilo und einem Leistungsgewicht von 2 kg/PS fühlt sich die zweisitzige Nähmaschine mit Heckflügel und zwei knallharten Schalensitzen aber an wie ein Großer. Noch dazu, wenn ein echter Hochkaräter als Chauffeur verpflichtet wird, wie in diesem Fall Ryan Sharp. Der fährt im Alltag mit Karl Wendlinger in der FIA-GT und war wegen des 12-Stunden-Rennens ohnehin in der Gegend. An dieser Stelle könnte man jetzt stundenlang darüber schwafeln, wie unbequem das Ein- und Aussteigen im Radical ist, wie brutal anders Slickreifen am Asphalt picken und wie es sich anfühlt, wenn ein kleiner schottischer Rennfahrer in einem ebenso kleinen Rennauto bei 10.000 Touren beim Anbremsen.  schaltet. Aber 1. gehen mir Freitagnachmittag leider die Superlative aus, und 2. habe ich zu diesem Zweck die Kamera-Application meines iphones entdeckt.

    Also, einfach Video anschauen und die Runde als Beifahrer am Hungaroring selbst erleben!

    Euer Brummbrumm-Journalist