Zu Besuch beim Rennfahrercasting „OPC Race Camp“ am Nürburgring. In bester Castingshow-Manier sucht Opel dort aus 22.000 Kandidaten zehn Rennfahrer für das 24-Stunden-Rennen 2010 auf der Nordschleife. Wer Teil des Opel-Werkteams wird, entscheiden die DTM-Legenden Manuel Reuter und Joachim Winkelhock. Und ein Österreicher.
Mittwoch 17.58 Uhr, Downtown Rüsselsheim. „Herr Marazek, sind dat Sie?“ „Jawoll“, antworte ich und unterdrücke den Impuls, ordnungsgemäß die Haken zusammenzuschlagen. Nach eingehender optischer Qualitätsprüfung – langer Blick von unten nach oben, Kopfschütteln – überreicht mir der zackige, beschnurrbartete Herr vom Opel-Werkstor M55 den Autoschlüssel. Gleich darauf sitze ich im dazugehörigen Auto. 2,8-Liter V6-Turbo, 325 PS, 400 Newtonmeter Drehmoment, Allrad. Und ja, trotzdem ein Opel!
Insignia OPC heißt das gute Stück, das mir Opel für meine Reise an den Nürburgring hingestellt hat. Der Insignia ist für Opel derzeit so etwas wie der blechgewordene Heiland, fesche Oberklasse-Limousine, Auto des Jahres 2009 und derzeit größter Renditenbringer in nicht gerade fetten Zeiten. Und genau den gibt es ab sofort als OPC. Vor gerade einmal einer Woche wurde der Über-Opel am Nürburgring der Weltpresse präsentiert. Und genau dorthin geht es nun, begleitet vom V6-Sound eines grantelnden Braunbären auf Honigentzug.
Dort dreht sich drei Tage lang alles um das OPC Race Camp. Die zweite Auflage des weltweit größten Rennfahrer-Castings läuft bereits seit Anfang des Jahres. Bei der Premiere 2007 zeigten die beiden Opel-Gallionsfiguren Manuel Reuter und Joachim Winkelhock gutes Gespür: Einer der damaligen Schützlinge, der Steirer Martin Karlhofer, ist heute bei VW unter Vertrag und gewann kürzlich auf dem Werks-Scirocco den 2000ccm-Klasse beim diesjährigen 24-Stunden-Klassiker in der Eifel.
Heuer schaffte es gerade einmal ein Österreicher unter die letzten 22 Kandidaten und auch der war bei unserem Eintreffen am Abend des zweiten Entscheidungstages gerade rausgeflogen. Ebenso wie das letzte schnelle Mädchen. Wenigsten in der sechsköpfigen Jury sitzt mit dem Fahrinstruktor Christian Riegler weiterhin ein Alpenländler. Neben „Good Cop“ Manuel Reuter und „Bad Cop” Joachim Winkelhock verkörpert er bereits zum zweiten Mal erfolgreich die Rolle des schmähbereiten Quoten-Ösi.
Trotz der kameragerechte Show handelt es sich beim OPC Race Camp um eine ernstgemeinte Sache. Schon allein die Tatsache, dass Opel trotz der derzeitigen Troubles am kostspieligen (wenn auch medienwirksamen) Casting festhielt, verdient allen Respekt. Glaubt man den Gerüchten, so kriegt Strietzel Stuck noch heute eine Gänsehaut, wenn man ihn daran erinnert, wie das letztjährige opc-Astra-Team ihm und Rallye-Legende Carlos Sainz im Training um die Ohren fuhr. Wer schlussendlich am Steuer des 300-PS Renn-Astra sitzen wird, entscheidet sich in den nächsten Monaten.
Ein ausführlichen Bericht zum OPC Race Camp folgt in der nächsten Ausgabe von am – das österreichische automagazin.
Hier das VIDEO zum OPC Race Camp 2009





