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Redaktionsbüro Drivestyle
Florian T. Mrazek

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    Artikel mit folgendem Tag: Rolls-Royce

    24. September 2009

    IAA-Tagebuch, Teil 5: Oh Lord

    Drivestyle auf der IAA. Im fünften Teil seiner Berichterstattung von der größten Automesse der Welt konzentriert sich Florian T. Mrazek auf edles Blech aus Good Old England.

    Es ist erstaunlich, wie man am eigenen Autogeschmack feststellen kann, dass man älter wird. Und ich meine damit nicht die Phase “jung und dumm”, die fast jeder irgendwann erlebt und die die leider zu wenig irgendwann überwinden. Bis zu einem bestimmten Alter findet man fast alles geil, solange die Felgen groß, der Fahrwerk tief und der Auspuff laut ist. Nein, ich meine vielmehr den generellen Autogeschmack.

    Ich gestehe: ich war zu lange ein Autofaschist. Keine Angst, das hat nix mit Politik und auch nix mit Geschichte zu tun. Ich mochte halt am liebsten deutsche Autos. Ihre Schnörkellosigkeit, ihre Wertigkeit, ihr Image, ihre Qualität. Lange Zeit auch ihr Design. Mit anderen Kindern der 80er teile ich zudem eine dunkle, geheime Leidenschaft für unvernünftige Amis. Zu oft sah ich im TV Micheal Knights TransAm und den springenden Pickup aus dem Vorspann von “Ein Colt für alle Fälle”. Und natürlich werde auch ich bei Flügeltüren aus Sant’Agata schwach. Die Engländer habe ich derweil jahrelang ausgelacht.

    Ich schimpfte auch noch, als ich längst einen Mini Cooper fuhr. Okay, man kann jetzt sagen, das Beispiel hinkt, weil eigentlich ein Bayer, was so auch nicht 100%ig stimmt. Aber egal. Gebaut in Oxford und äußerlich british wie die Tower Bridge hängt für mich auch übern neuen Mini der Union Jack. Irgendwann hatte ich dann einen Range Rover als Testauto. Und beschloss: Wenn jemals Geländwagen, dann einen Range. Danach kam ein XJ. Die Lehre daraus: Wenn Sportwagen, dann ein Jag.

    Das blieb so, bis ich das erste Mal im Aston Martin V8 Vantage saß. Worauf ich hinaus will? Englische Autos mögen vielleicht nicht die besten, qualitätsvollsten oder modernsten Fahrzeuge sein. Aber Menschen, die Autos lieben und dies in letzter Konsequenz zu Ende denken, lenken irgendwann einen Engländer. Vielleicht nur als unvernünftiges Zweitauto und egal in welchem Segment. Ob den Mini bei den Kleinen, die Elise bei den Leichten, denAston bei den Schnellen, den Range bei den Schweren oder den Rolls-Royce bei den Teuren.

    In Zeiten, in denen Porsche eine von 10 Marken eines Weltkonzerns ist, derAutos mit den Namen Yeti, Tiguan und Alhambra baut, nehme ich die typischen englischen Eigenheiten für einen Rest Individualität gerne in Kauf.